Im Praxistest: Sigma 18-250mm f3,5-6,3 DC OS HSM
Superzoom-Objektive sind bei vielen DSLR-Fotografen teilweise recht verpönt. Doch gerade der Nutzen als universelles Objektiv auf Urlaubsreisen ist bei einem Zoomfaktor größer Zehn eigentlich unbestreitbar. Nachdem ich mal ein Sigma 18-200mm kurz auf meine 40D schrauben konnte, hab ich mich entschlossen – allen Berichten im Internet zum Trotz – für meinen anstehenden Urlaub eben das Sigma 18-250mm mit Bildstabilisator zu kaufen. Im Folgenden möchte ich meine eigenen Erfahrungen im Live-Einsatz schildern und mit ein paar Fotos dokumentieren.
In erster Linie geht es mir dabei nicht um die oft kritisierte geringe Lichtstärke am langen Ende, eventuelle Randunschärfen oder Abschattungen bei Offenblende. Es ist mir schon klar, dass ein solches Objektiv einen Kompromiss darstellt, aber oftmals ist im Urlaub einfach keine Zeit für ständigen Objektivwechsel und das mitführen von mehreren Objektiven äußerst unpraktisch oder schlichtweg nicht möglich. Wichtig ist für mich, was am Ende nach der Bearbeitung der RAW-Dateien an brauchbaren Fotos rauskommt, ohne bei x-facher Vergrößerung am Monitor jedes falsche Pixel zu suchen.
Brennweitenvergleich
Der Vergleich eines Motives – jeweils mit 18mm und 250mm Brennweite aufgenommen – verdeutlicht den enormen Zoomfaktor von 13,8:
| Weitwinkelaufnahme aus dem Fenster bei 18mm Brennweite | Gleicher Blick bei vollem Zoom von 250mm Brennweite. | Hier nochmal der direkte Größenvergleich der Bilder. |
Allein diese unglaubliche Flexibilität im Zoombereich ist für Urlaubseinsätze fantastisch, wobei man natürlich sehen muss, dass eine Offenblende von f6.3 bei 250mm alles andere als Lichtstark ist und die Fokussierung hier auch mal daneben liegen kann. In Zeiten des digitalen Fotos ist das aber kein allzu großes Problem, denn zum einen hat man die sofortige Kontrolle am Kameradisplay und kann zum anderen auch jederzeit 2-3 Bilder vom Motiv schießen.
Handling / Umgang
Das Anfassgefühl des 18-250mm Objektives erinnert ein wenig an die EX-Serie von Sigma. matte Oberfläche und griffige, gummierte Drehringe. Der Zoomring fällt dabei überdimensional groß aus und ermöglicht ein bequemes verstellen der Brennweite, welches bis ca. 50mm recht leicht geht und dann mit einem leichten Widerstand in den Telebereich fährt. Die Bedienelemente für AF/MF Umschaltung und Bildstabilisator sind gut erreichbar und gegen unbeabsichtigtes Herausfahren des Tubus beim Transport sorgt ein Zoom-Lock Schalter, der das Objektiv bei 18mm arretiert.
Manuelles Fokussieren ist zwar technisch möglich, rein praktisch jedoch ist der Stellweg des sehr leichtgängigen Fokusrades so kurz, dass man gar nicht fein genug einstellen kann. Insofern stört es dann auch nicht besonders, dass Sigma seinem neuesten Superzoom zwar einen schnellen und leisten Ultraschallantrieb (HSM) verpasst hat, ein manueller Eingriff in die Fokussierung aber nicht möglich ist. Durch die Innenfokussierung, welche ein rotieren der Frontlinse verhindert, ist die Benutzung von Filtern (ich benutze gern ein Cokin-Filtersystem mit Grauverlaufsfiltern) problemlos möglich.
Die Lichtstärke reicht von f3.5 bei 18mm über f5.6 bei 200mm bis hin zu f6.3 bei 250mm und bewegt sich damit im üblichen Bereich von Superzoomobjektiven anderer Hersteller. Bei ausreichend Sonnenlicht ist das kein Problem, aber sobald aber die Sonne mal nicht scheint, kommt man zumindest im Telebereich schnell in den Bereich zu langer Belichtungszeiten. Hier muss man eben Zugeständnisse machen, wobei der absolut geräuschlos arbeitende Bildstabilisator gute Arbeit leistet und fehlende Lichtstärke teilweise wieder ausgleicht. Eine Kamera mit zusätzliche nutzbarem HighISO-Bereich kann bei schlechten Lichtverhältnissen oft die Rettung sein. Unangenehm fiel mir im Zusammenhang mit dem Bildstabilisator aber auf, dass dieser relativ lange nachläuft. Auch wenn das völlig lautlos passiert (man muss das Ohr direkt ans Objektiv legen um das zu hören), kann das natürlich zu einer verkürzten Akkunutzdauer führen. Direkt nachgemessen habe ich das aber nicht, denn Ersatzakkus habe ich immer ausreichend dabei.
Warum der Motor des Stabilisators auch aktiv ist, wenn man diesen per Schiebeschalter deaktiviert hat, weiß jedoch wohl nur Sigma.
Hier noch ein paar fertige Fotos, welche ich im Urlaub und bei Rad- / Wandertouren geschossen habe:
Fazit
Insgesamt muss ich sagen, dass das Sigma 18-250mm OS HSM Objektiv bei mir als universelles Reisezoom einen guten und praktikablen Eindruck hinterlassen hat. Sicher ist es nicht mit Objektiven wie dem Canon 70-200/4L oder lichtstarken Objektiven mit 2-3fach Zoom zu vergleichen, das ist eine andere Liga. Aber gerade unterwegs, wenn es auf kleines Gepäck ankommt oder ein ständiger Objektivwechsel nicht unbedingt möglich ist, ist das Sigma keine schlechte Wahl und dürfte so manches Urlaubsmotiv retten. Den Vergleich mit den diversen Kit-Objektiven jedenfalls muss das Sigma meiner Meinung nach jedenfalls nicht scheuen und das oft gebrauchte Schimpfwort “Suppenzoom” ist hier absolut unzutreffend.
Übrigens, auch als Panoramaobjektiv hat sich das 18-250er gut bewährt.
(Entstanden aus 10 Hochformataufnahmen auf Koh Chang in Thailand)
Empfehlung
Wer ein möglichst großes Einsatzgebiet ohne Objektivwechsel abdecken möchte, dem kann ich nur raten, das Objektiv mal näher in Augenschein zu nehmen. Ein Kauf bei Amazon garantiert eine schnelle Lieferung in der Regel innerhalb von zwei Werktagen und durch die hier problemlose Rückgabe innerhalb 14 Tagen bleibt kein Platz für unangenehme Überraschungen.
Weiterführende Informationen:



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