Der Grauverlaufsfilter

Wer hat sich nicht schon über Fotos geärgert, bei denen das Motiv korrekt belichtet, dafür der Himmel zu hell, bzw. der Himmel richtig belichtet und das Motiv viel zu dunkel war? Abhilfe schafft hier ein Grauverlauffilter.

Ein ziemlich vorteilhaftes System ist das Cokin Filtersystem, erlaubt dieses gerade den schnellen Wechsel von Filtern und durch das Adaptersystem auch den Einsatz an Objektiven mit unterschiedlichem Filterdurchmesser. Zudem sind Filter beim Cokin-System flexibel gelagert, so daß gerade im Fall des Grauverlaufsfilters eine schnelle und präzise Anpassung an die Horizontlinie möglich ist.


Optimal ist so ein Filter dabei besonders bei Landschaftsaufnahmen, die einen sauberen Horizontverlauf bieten. Der Himmel wird durch die partielle Abdunklung des Filter quasi unterbelichtet, ohne dass sich das auf den Vordergrund nachteilig auswirkt. Dadurch erscheint der Himmel kräftiger. Nachfolgend möchte ich an einem Beispiel die Wirkungsweise eines Verlaufsfilters demonstrieren.

grauverlauf-01 Diese Aufnahme wurde unter Verwendung eines Grauverlaufsfilters aufgenommen. Das Resultat ist ein ausgewogen belichtetes Bild, sowohl im hellen Himmel, als auch im Bildvordergrund.
(unbearbeitet aus RAW-Bild)
grauverlauf-02 Eine Aufnahme des gleichen Motives, jedoch ohne Grauverlaufsfilter. Deutlich ersichtlich die gute Belichtung des Vordergrundes bei gleichzeitig zu hellem Himmel.
(unbearbeitet aus RAW-Bild)

Anders als bei normalen Graufiltern, bei denen sich die Abdunklung (und damit Verlängerung der Belichtungszeit) auf das gesamte Bild auswirkt, werden bei einem Grauverlaufsfilter lediglich partielle Verdunklungen bewirkt. Das Hauptmotiv wird so exakt belichtet und im abgedunkelten Bereich eine Unterbelichtung erreicht.

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Kräftige blaue Farbe des Himmels bei sehr guter Zeichnung in den Wolken sind unter anderem auch ein Ergebnis des Grauverlaufsfilters. Eine weitere Möglichkeit des Einsatzes von Grauverlaufsfiltern sind aufziehende Gewitterwolken. Deren Wirkung wird durch den Filter und der daraus resultierenden leichten Unterbelichtung um einiges dramatischer. Ein negativer Effekt bei Grauverlaufsfiltern ist die Abdunklung bei Motiven (z.B. Kirchtürmen), welche in den Himmel (und damit in den Wirkungsbereich des Filters) hinein ragen. Auf dem rechten Foto ist dies sehr deutlich zu erkennen. Dem kann man zwar mit Mitteln der Bildbearbeitung zu Leibe rücken, aber gerade im Beispiel empfinde ich das nicht als störend.

Zwar bietet das RAW-Format genügend Reserven um überbelichteten Bildstellen zur restaurieren, besser ist es aber, diese von vorn herein auf ein Minimum zu reduzieren. Daher profitieren nicht nur JPEG-Fotografen vom Grauverlaufsfilter, der meiner Meinung nach in jede Fotoausrüstung gehört. Unter folgende Verlaufsvarianten kann man dabei wählen, wobei jede für sich nochmals in verschieden starken Grautönen von hell bis dunkel erhältlich ist.

cokin120 Den Cokin Grauverlaufsfilter 120P zeichnet ein recht harter Übergang aus. Ideal für die Trennung von Himmel und Landschaft.   cokin121 Der Cokin Grauverlaufsfilter 121P ermöglicht durch seine sanfte Abstufungen einen softeren Übergang zum Motiv.

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  1. 23. Oktober 2011